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Proktologie

Die Proktologie ist umgangssprachlich die "Lehre der Mastdarmerkrankungen". Abgeleitet wird der Begriff von dem griechischen Wort "proct", das übersetzt After oder Steiß bedeutet. Bereits im 12. und 13. Jahrhundert v. Chr. waren Krankheiten des Darmes bekannt, was Schriften aus dieser Zeit belegen, und auch von dem berühmten Arzt Hippokrates weiß man, dass er mit einem Brenneisen, Operationen am Darm vornahm. Die moderne Proktologie verfügt über konservative und operative Behandlungsmethoden und Therapien, die auf schonende und schmerzarme Weise zu einer Gesundung des Darmes verhelfen können.

Probleme nicht verschweigen

Darmprobleme sind selbst in unserer aufgeschlossenen Zeit für viele Betroffene ein Tabuthema. Man geniert sich und spricht nicht über seine Beschwerden. Dabei ist bewiesen, dass der Darm maßgeblich für die Gesundheit des Menschen verantwortlich ist. Proktologische Erkrankungen können das Wohlgefühl und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Wichtig ist, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, und bei Beschwerden rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen. Unangenehmer Juckreiz, Brennen und Schmerzen, schleimige und nässende Absonderungen, Druckgefühl im Bauch und auch Inkontinenz sind Symptome, die einen Arztbesuch unbedingt erforderlich machen.

Prävention

Es gibt unterschiedliche Auslöser für Darmerkrankungen. Der normale Alterungsprozess kann zu Darmerkrankungen führen, und auch durch die starke Belastung des Beckenbodens während einer Schwangerschaft, können sich Beschwerden einstellen. Falsche Essgewohnheiten, zu wenig Bewegung und ständiger Alltagstress sind ebenfalls Auslöser, die sich krankhaft auf den Darm auswirken können. Um den Darm gesund zu halten, sollte die Ernährung aus ballaststoffreichen Lebensmitteln, viel Frischkost und Vollkornprodukten bestehen. Eine regelmäßige sportliche Betätigung, möglichst an der frischen Luft, wirkt sich auf den Darm und den gesamten Organismus positiv aus. Sollten trotz gesunder Lebensweise Darmbeschwerden auftreten, muss unbedingt ein Proktologe aufgesucht werden, um Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und schwerwiegende Erkrankungen zu auszuschließen.

Untersuchungsmethoden

Der Proktologe führt mit dem Patienten ein ausführliches Gespräch über den Krankheitsverlauf und die auftretenden Beschwerden, wird die erforderlichen Voruntersuchungen einleiten und erst danach eine Diagnose erstellen. Bei einer Proktoskopie (Spiegelung des Enddarmes) können z. B. Hämorrhoiden, Polypen, Entzündungen und Engstellen im Darm festgestellt werden. Eine weitere Untersuchungsmethode ist die Rektoskopie (Mastdarmspieglung), bei der ein Teil des Afters und der Enddarm untersucht werden. Die Darmspieglung (Koloskopie) dient der Untersuchung des Dickdarms und meistens auch einem Teil des Dünndarms. Je nach Erkrankungen und Krankheitsgrad können konservative Behandlungsmethoden oder Operationen erforderlich werden.


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