Disease Management Programme
DMP ("Disease Management Programme") wurden vom Gesetzgeber eingeführt. Sie haben mehrere Funktionen:
Für die Patienten sollen sie eine gute Krankheitsversorgung sicherstellen und Komplikationen vorbeugen; von Vorteil ist dabei, dass wichtige Befunde (z.B. Blutzucker, Blutdruck, Gewicht, Laborwerte, Lungenfunktion,) in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Wenn nötig, wird die Praxis an die Einhaltung dieser Termine erinnern. Dadurch soll etwa verhindert werden, dass eine Zuckerkrankheit erst dann richtig behandelt wird, wenn sie bereits die Augen oder die Nieren so geschädigt hat, dass es nicht mehr rückgängig zu machen ist.
Für die Krankenkassen sind die Programme eine wichtige Einnahmequelle. Der früher übliche Geldausgleich zwischen armen und reichen Krankenkassen nach dem Gießkannenprinzip wurde nämlich abgeschafft. Stattdessen bekommen diejenigen Kassen Geld aus dem Topf, die viele Kranke haben. Dies wird daran festgestellt, wie viele der Kassenmitglieder in DMP eingeschrieben sind. Wundern Sie sich also nicht, wenn ihre Krankenkasse immer wieder schreibt oder anruft, um zu fragen, ob Sie auch am Programm teilnehmen - das ist für die Kassen von großer Wichtigkeit.
Die Ärzte sollen im Rahmen der Programme sich daran gewöhnen, nur nach wissenschaftlich anerkannten Prinzipien zu behandeln. Hierbei werden strenge Maßstäbe angelegt, so dass es neue Medikamente oder Therapieformen oft schwer haben bzw. lange brauchen, um Eingang in solche Behandlungsschemata zu finden. Zusätzlich bringen diese Programme einen nicht unerheblichen Verwaltungsaufwand, so dass nicht alle Ärzte bereit sind, an den DMP teilzunehmen.
DMP gibt es aktuell für folgende Erkrankungen:
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 1 und 2)
- Koronare Herzkrankheit
- Asthma
- Chronische Bronchitis (COPD)
- Brustkrebs (nur Fachärzte)

Autor dieses Expertenbeitrags:
Dr. med. Peer Laubner, Büdingen
Erfahren Sie, welche Mitglieder von AEQUANET diese spezielle Einzelleistung anbieten: DMP Betreuung
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